19.2.2011 18:42

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Das Frame und der Daumen!

Grundsätzlich werden die Theorien im Skirennsport immer erst nach den Rennen geschrieben. Klar, denn wir analysieren die verschiedenen Fahrten ja auch erst nach den Zieldurchfahrten und auf Grund der Resultate.


„Dartfish", „Stromotion", „Bildsplit" und „Slowmotion" heissen die Hilfsmittel dazu. Dahinter stehen die Computer, die Rechner und die hochaugelösten Bilder, und David.


Nein, David ist keine Maschine, keine Software. David ist ein Mensch inmitten dieser hochqualifizierten Technik. Er ist der „Framemaster". Derjenige, der innert kürzester Zeit Sekundenbruchteile in Bilder umwandeln muss.


Für David hat Carlo Janka gestern von der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel auf die Medaille nämlich nicht 51/100 Sekunden verloren sondern 12 Frames. Genauer gesagt eigentlich etwas mehr, denn 12 Frames wären eine halbe Sekunde.

ski_dartfish_blog.jpg


Das nervt, weil David somit die eine Hundertstel nicht zeigen kann. Trotz Hightech und Präzision.


Deshalb muss ich dann auch meine Analyse etwas anpassen und Carlo kann seinen Zeitverlust etwas relativieren. Vor allem, weil da ja noch ein Daumen die Hand im Spiel hat. Der Daumen, der die manuelle Zwischenzeit auslöst. Zwar möglichst genau, aber wie viele Frames so ein Daumendruck jeweils braucht, wissen wir ja auch nicht.


Da muss ich mal bei David nachfragen.



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18.2.2011 16:22

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«Ohne Regie wären wir wie Athleten ohne Trainer»

Kommentieren ist wie Spitzensport. Ich als Co-Kommentator muss zur rechten Zeit meine beste Performance abrufen können. Im Hintergrund werde ich deshalb von einem grossen «Coaching-Team» geführt und betreut. Es sind dies die Leute der SF-Regie.

Regiecontainer des Schweizer Fernsehens
Regiecontainer des Schweizer Fernsehens.

In diesem Wagen befindet sich für mich eine Art «Hard-Disc» für die Live-Übertragungen der Ski-Rennen. Sie ist schnell, hat viel Speicherkapazität und ist zu jeder Zeit bereit, mich zu unterstützen. Beispielsweise bereitet uns Kommentatoren die Crew immer gute Slow-Motions oder Analysen vor, die wir nachher direkt den Zuschauern vor dem Fernseher zeigen und erklären können.

Blick in die Regie
Blick in die Schaltzentrale der «Hard Disc».

Die Technik in diesem Wagen ist für mich jedes Mal beeindruckend. All diese Personen (Lynn, Stefan, Veit, Martin, David, Markus, Ruth und Beat) hantieren an den unzähligen Schaltern und Tasten herum und behalten stets den Überblick über die vielen Bildschirme. Trotz viel Hektik und Zeitdruck bleiben sie ruhig und können diese Ruhe auch zu mir als Co-Kommentator übertragen. An dieser Stelle gebürt unserem «Backup» einmal ein grosses Lob: Vielen Dank euch allen für eure hervorragende Arbeit! Ohne euch wären wir wie Athleten ohne Trainer.



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17.2.2011 14:13

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«Daumen nach oben, selbst wenn es weh tut»

Auf Didier Cuche ist Verlass: Der grosse Routinier im Schweizer Team hat dafür gesorgt, dass auf dem Schweizer Medaillenkonto keine Null steht. Um die Zahl eins noch nach oben zu korrigieren, bleibt in erster Linie der Riesenslalom der Männer als womöglich letzte Chance. Im Männerslalom, der die Weltmeisterschaften am kommenden Sonntag abschliessen wird, darf man zwar wie immer auf eine Überraschung hoffen, mehr aber realistischerweise nicht.

Ich traue Carlo Janka durchaus zu, am Freitag auf der Kandahar-Bühne eine Hauptrolle spielen zu können. Erstens bin ich grundsätzlich optimistisch und zweitens weiss ich genau, dass die Schweizer Athleten ihre Fähigkeiten nicht bei der Akkreditierung und Eingangskontrolle zu den Weltmeisterschaften abgegeben haben. Ausserdem gibt der dritte Platz in Hinterstoder beim letzten Riesenslalom vor der WM Anlass zur Hoffnung. Und, das ist das beste Argument, der Obersaxer wäre nicht nach Garmisch zurück gekehrt, wenn er nicht selber von seiner Chance überzeugt wäre. Und, wer weiss, vielleicht schreibt Didier Cuche mit seinem gebrochenen Daumen plötzlich noch ein Kapitel Heldengeschichte; es wäre nicht sein erstes! Also, Daumen nach oben selbst wenn es weh tut!
 Didier Cuche Ganz abgesehen davon mag ich nicht in den allgemeinen Jammergesang über die bisher sicher magere Medaillenausbeute einstimmen. All jene, welche vor zwei Jahren in Val d'Isère und vor Jahresfrist in Vancouver die grössten Lobeshymnen abgesungen haben, holen jetzt den ganz grossen Zweihänder hervor. Und die besonders wichtigen Schulterklopfer aus Verbands- und Sponsorenkreisen, die immer dann grossspurig im Schweizer Haus auftauchen, wenn alles rund läuft, und nur darauf warten, aus unerfindlichen Gründen selbst noch einen Streifen Medaillenglanz abzubekommen, sind abgetaucht. Das ist eigentlich die gute Seite der schlechten Medaillenbilanz...

Carlo JankaDie Bedingungen werden am Freitag in Bayern nicht annähernd so gut sein wie vor zwei Jahren in Hochsavoyen. Nicht blauer Himmel und Sonnenschein, nein, viel eher trübes Wetter und sogar Regen. Wer sich am besten darauf einstellen kann, hat die grössten Medaillenchancen. Wer cool bleibt, ebenfalls. Beides gehört so quasi zu Carlo Jankas Grundausstattung. Also nochmals: Hopp Schwiiz! - den Fahrern zu liebe, nicht den Glanzabluchsern!



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15.2.2011 17:28

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Hallo Ski-Schicksal!

Was willst du uns mit diesen vierten Plätzen eigentlich genau sagen!? Hallo?

Stille. Keine Antwort, ist ja klar. Auf die heiklen Fragen gibt's selten griffige Antworten. Dabei wäre es ganz praktisch, mal zu hören, was denn die Beweggründe des Schicksals so sind. Ob es zum Beispiel für Dominique Gisin mal noch was bereit hält. Was richtig Grosses, eine WM-Medaille zum Beispiel.

Dominique GisinSie hätte es ja verdient, mit ihrem Kampfgeist, mit ihrem vielfachen Aufstehen nach Rückschlägen, mit dem Talent, das sie zweifellos hat. Ich meine, über all die Verletzungen, die Gisin erlitten hat und die Lindsey Vonn zum Glück erspart geblieben sind, über all diese Nackenschläge rede ich mit dem Ski-Schicksal schon gar nicht. Aber, warum fährt Dominique Gisin genau in dem Rennen in für sie neue Dimensionen, in dem es nichts nützt? Warum im Kombi-Slalom und nicht in der Abfahrt? Gibt's da Ursachen, die man analysieren und bis zum nächsten Mal eliminieren kann, oder ist das einfach eine Laune des Ski-Schicksals?

Hallo? Sag was!

Immer noch keine Antwort. Ich gebe ja zu, das verstehe ich. Da könnte ja jede fragen, die Vierte wird, und das ist bekanntlich immer eine. Es hat vor fünf Jahren ein Rennen gegeben, da war die Viertplatzierte eine Hundertstelssekunde hinter der Siegerin. Was um alles in der Welt hätte das Schicksal denn hier zu seiner Verteidigung zu sagen gehabt? Schwierig. Oder wenn eine Athletin an einer WM gleich zwei Mal Vierte wird, so wie Lara Gut.
 
Lara GutDa würde ich als Schicksal auch schweigen. Und so kann man sich nur selber fragen: Hat man was falsch gemacht? Ist man jetzt eine geborene und für alle Zeiten vorbestimmte Verliererin? Im Falle von Lara Gut können wir das zum Glück rund heraus ausschliessen, und es ist wohl grundsätzlich vermessen, irgend einer Fahrerin den Verliererstempel aufzudrücken. Niemand weiss, was sein wird. Ausser vielleicht das Ski-Schicksal.

Aber du schweigst wohl weiter, oder? Hallo?

Eben. Totenstille. Keine Hilfe für das Einschätzen der zukünftigen Medaillenchancen. Leider, denn so kann jeder und jede irgendwelche Prognosen stellen. Und wie wir so sind, fallen diese Prognosen in aller Regel düster aus. Pessimismus ist im Prinzip ein anderes Wort für das Ausbleiben von Antworten des Schicksals. Sonst wärs ja Realismus. Helfen könnte theoretisch die Statistik, die ist ja immer gut für Antworten. Zum Beispiel die: Die Schweizerinnen haben in den Speedrennen des Winters etwas mehr als 20 Prozent der Podestplätze belegt. Ergo hätten sie von den sechs Medaillen, die es in Abfahrt und Super-G zu gewinnen gab, knappe eineinhalb gewinnen müssen. Wobei eine ja schon gereicht hätte. Wie es heraus gekommen ist, wissen wir, und damit auch, was von den Antworten der Statistik zu halten ist. Bleibt die Hoffnung auf einen - zugegebenermassen unwahrscheinlichen - Exploit im Riesenslalom. Wie zum Beispiel in Vancouver vor einem Jahr, als Fabienne Suter in dieser Disziplin über sich hinaus wuchs und... Vierte wurde.

Hallo Ski-Schicksal? Möchtest du uns was sagen!?

Fabienne Suter







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14.2.2011 19:02

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Garmisch und kein Wintermärchen

Ein Wintermärchen erleben wir hier nicht. Dies meine ich nun nicht nur sportlich. Dass sich unserer Medaillenhoffnungen in Luft auflösen (wie der Schnee hier - dazu etwas mehr weiter unten), darüber kann man genügend lesen. Da brauche ich nichts mehr dazu zu schreiben.

Mit dem fehlenden Wintermärchen meine ich das Wetter. Statt tiefverschneite Berge, ins Gesicht gezogene Mützen und herrlicher Glühweinduft in der Nase, ist Garmisch-Partenkirchen zu einem «Pflotschenkirchen» geworden. Die Festspiele im Schnee (das offizielle Motto) fallen wirklich ins Wasser.

Die WM in Garmisch ist weniger durch Schnee als durch Matsch geprägt.
Die WM in Garmisch fällt aus Schweizer Sicht nicht nur sportlich ins Wasser..

Gefühlt, erleben wir hier den wärmsten Februar seit Jahrhunderten! Zugegeben, nur gefühlt, denn die WM-Meteorologe sagen, dass es vor 3 Jahren noch wärmer war. Toll zu wissen, nur nützt uns das nichts. Denn auch heuer versinkt vieles im Matsch. Meine Schuhe danken es und haben sich den «Open-Air St. Gallen Look» zugelegt. Als Beispiel einige Bilder rund um unser Büro im Zielbereitch der Kandahar-Strecke:

blog_PFLOTsch.jpg
Matsch statt Schnee dominiert das Bild in Garmisch.

Matsch und Pfützen. Und es könnte noch schlimmer kommen, dann nämlich, wenn der Schnee schmelzen würde. Dies macht er aber im Moment nicht so richtig, nein, er verdunstet einfach, verschwindet spurlos (wie eben unsere Medaillenchancen). Joachim Schug vom WM-Wetterdienst versuchte, mir dieses Phänomen zu erklären. Viel habe ich aber nicht verstanden, ausser, dass die sehr trockene Luft es möglich macht. Weiter konnte ich ihm dann nicht folgen. Sorry! Dafür weiss ich nun, dass sich die Situation in den nächsten Tagen nicht ändern wird. Es bleibt schön und warm. Schneeflocken werden hier in Bayern nicht erwartet. Dies ist dann der Preis für die WM auf 700 Metern über Meer. 

Und so wird es wohl dabei bleiben. Den grossen Match spielen wir nicht auf der Piste, nein, der grosse Matsch liegt uns zu Füssen.



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12.2.2011 18:20

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Silber gewonnen oder Gold verloren?

Was für ein WM-Tag heute in Garmisch: Didier Cuche hat den Bann gebrochen und der Schweiz nach drei 4. Plätzen die erste Medaille hier in Garmisch gesichert. Das ach so lang ersehnte und mit viel Geduld erhoffte Edelmetall.

Cuche musste es richten und alles ins Lot bringen. Cuche, der mit bald 37 Jahren Älteste im Team, der Doyen im alpinen Skirennsport, der unermüdliche Kämpfer, der schon 1998 Olympiasilber im Super G gewann und seither auch Weltmeister im Super-G, WM-Zweiter in der Abfahrt und WM-Dritter im Riesenslalom wurde.

Cuche, der in Les Bugnenets im Neuenburger Jura aufgewachsene gelernte Metzger, der heute Einmaliges geleistet und Skigeschichte geschrieben hat. Kein Fahrer ausser Cuche gewann in der Skigeschichte in drei Jahrzehnten mindestens je eine WM- oder Olympiamedaille.

Wie der immer bescheiden wirkende Publikumsliebling Cuche, der einen einmaligen Sinn für eine hohe Gerechtigkeit hat, den Druck der ganzen Skination Schweiz heute ausgehalten hat, verdient einen riesen Respekt. Weder durch die nicht tiefe Startnummer noch durch die zunehmenden Schläge in der Piste und die zunehmend grössere Feuchtigkeit in der Spur liess sich der beste Abfahrer in der laufenden Saison aus der Ruhe und dem Konzept bringen.

Chapeau. Das war Klasse. Es ist zwingend, dass heute Abend alle Skifans feiern, schwärmen, zusammenhalten, analysieren, loben, anstossen und gemütliche und unvergessliche Momente des Glücks und der Zufriedenheit geniessen.

blog_cuchedenkt.jpg

Und trotzdem: In einer Woche oder so werden viele den heutigen Tag anders sehen, auch Cuche. Fragen werden gestellt, Überlegungen werden gemacht. Warum um Himmels Willen hat Cuche wieder nicht Gold gewonnen, dieses ach so wunderbare Gold in der Abfahrt, in dieser seiner Lieblingsdisziplin?

Warum nur stand dem so formstarken Cuche ausgerechnet wieder ein Kanadier vor der Sonne (wie 2009 in Val d'Isère) und schnappte ihm den WM Titel weg, dieser Titel, der dem lieben Cuche in seiner doch so umfangreichen Sammlung noch immer fehlt und vielleicht auch immer fehlen wird? Was bringt denn letztlich dieses Silber? Den Fans, der Skination Schweiz, der grossen Familie des alpinen Rennsports und Cuche selber?

Gold hätte es doch sein müssen. Gold, das glänzt, sich vermarkten lässt, zu einer grossen Abfahrtskarriere zwingend gehört. Wer den Spitzensport in all seinen Facetten kennt, gibt zu, dass genau diese, im Moment nicht unheiklen Fragen genau berechtigt sind. Auch Cuche wird noch grübeln, weil keiner als er besser weiss, was der Deal in diesem oft auch mental so brutalen Skisport ist. Rein auf dem Papier: Hat Cuche heute tatsächlich Silber gewonnen und nicht Gold verloren? Viel Einfühlungsvermögen beim Finden der Antwort wünscht Berni Schaer

blog_schaer.jpg



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11.2.2011 21:46

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Geile Güggel

Entschuldigen Sie den Titel dieses Blogs - dafür kann ich nichts. Diesen Namen habe nicht ich ausgesucht. Aber dieser kleine Text dreht sich tatsächlich um die im Titel beschriebenen Federtiere. Wie so oft ist jedoch alles anders , als es den Anschein macht. Ich muss gestehen, dass der Blog auch folgenden Arbeitstitel tragen könnte: «Wie bringe ich Bayern dazu für die Schweizer Fahrer und Fahrerinnen zu fanen?» Aber dieser Titel wäre zu lang...deshalb habe ich mich für die etwas anrüchig anmutende Version der Überschrift entschieden. Nun aber alles der Reihe nach.

Nach der gestrigen Sendung «Garmisch aktuell» verliess ich unser Studio mit der festen Absicht ins Hotel zurückzukehren. Es blieb bei der Absicht, so viel vorne weg. Denn schon zwei Stockwerke weiter unten im Swiss Ski House (wo wir unser SF Studio haben) tobte der Bär. Da standen die Leute auf den Tischen und Stühlen - nachdem zuvor wohl noch eiligst die Fondue Caquelons beiseite geräumt worden waren.

Da spielte eine etwa 10 Mann starke Liveband. Eine Band aus der Ostschweiz, wie ich später erfahren sollte. Eine Band aus eher älteren, aber noch fitten Herren. Eine Band aus Musikern, von denen keiner eine Ahnung von Musik hat - aber das auf einem enorm hohen Level. Tatsächlich: jeder einzelne dieser Herren hat sich seine musikalischen Fähigkeiten selbst angeeignet und über die Jahre verfeinert. Und ich muss sagen: man merkt nicht, dass keiner von denen ein Instrument spielen kann. Goa nix - wie der Bayer sagen würde.

Und wenn wir schon bei den Bayern sind...die waren in der Überzahl. Denn ausser den Schweizer Bandmitgliedern, ein paar meiner Arbeitskollegen und mir befanden sich vor allem Bayern im Swiss Ski House. Und wissen Sie, was diese Bayern am Ende des Auftritts unaufhörlich und aus voller Kehle gerufen haben? - «Hopp Schwiz, hopp Schwiz, hopp Schwiz!» Das ist echt wahr! Bayern! Das sind keine verirrten Thurgauer, das sind Deutsche! Sowas hab ich noch nie gesehen! Da wirst narrisch.

Mir war schon klar, dass die Bayern damit nur eines bezweckten. Die sehnten damit nicht WM Medaillen für Cuche und Co herbei. Nein. Es war viel simpler: die Bayern wollten mehr von den Schweizer (Nicht)Musikern! Von den «Horny Roosters» - so hiess die Band. Und damit ist auch die Überschrift dieses Blogs erklärt.

Die Güggel waren echt stark, auch wenn sie mir mindestens eine Stunde Schlaf «gestohlen» haben...

swisshouse 001_bolog.jpg

PS: Wie die Herren auf ihren Bandnamen gekommen sind, weiss ich übrigens nicht. Ist aber auch wirklich egal, denn die Kerle überzeugen mit guter Stimmungsmusik.



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11.2.2011 15:17

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Abfahrt: Wer sorgt für die Musik?

Wer wird Abfahrtsweltmeister 2011? Noch am Donnerstag hätte man sich auf ein Kandidatentrio mit Didier Cuche, Christof Innerhofer und Bode Miller einigen können. Aber das Trio, dem man am ehesten zugetraut hätte, auf der Kandahar für die Musik zu sorgen, hat sich mit zunehmender Bewölkung, höheren Temperaturen und damit aufgeweichter Piste über Nacht in eine Bigband verwandelt.
ski_kandahar_BLOG.jpg
Die Sonne scheint, die Piste wird weicher.

Als Bandleader kommen nach ausführlichem Casting Didier Cuche, Aksel Svindal und Michael Walchhofer in Frage. Bode Millers Musikgehör ist unbestritten. Ob er seine grosse Stärke, die Improvisation, allerdings auch mit den weicheren Tönen so richtig zum Klingen bringen kann, wird sich weisen. Innerhofer hat nach eigener Aussage den Dirigentenstab abgegeben und würde ihn wohl nur nach einem meteorolgischen Wunder in Form einer Polarnacht wieder zurück holen.

ski_hueppiblog_BLOG.jpg
Miller, Svindal und Cuche beim Fondue-Plausch

Die möglichen Bandleader wissen aber genau, dass auch andere, bisher weniger auffällige, aber durchaus talentierte Musiker auf den Posten vor der Band aspirieren. Adrien Theaux hat ein Flair für französische Chansons, der Kanadier Eric Guay gäbe einen Song von Bryan Adams zum Besten, Peter Fill würde einen Hit der Kastelruther Spatzen intonieren. Und wie wär's mit bodenständigen Klängen aus dem Emmental oder Wallis mit Beat Feuz und Silvan Zurbriggen? Wer eine Medaille gewinnen will, muss sich auf die Veränderungen einstellen. Das gilt nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Serviceleute. Am Freitag werden sie für die Stars auf der Bühne vermutlich noch tiefer in die Nacht hinein am Werk sein als sonst.

Nach welcher Melodie bei der Siegerehrung die Nationalhymne erklingen wird, ist ganz schwer voraus zu sagen. Für diesen Songcontest der besonderen Art gibt es einfach keinen klaren Siegesanwärter. Aber natürlich hätte ich gegen „Trittst im Morgenrot daher" rein gar nichts einzuwenden. Das österreichische „Land der Berge, Land am Strome" und Italiens „fratellli d'Italia" sind ja auch schön, aber wir haben sie bereits gehört.......



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8.2.2011 17:48

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Hochprozentiges für Skiprofis

Wenn Sie die Überschrift dieses Artikels lesen, dann könnte es sein, dass Sie mit Ihren Gedanken bereits in die falsche Richtung schweifen. Ich widme mich hier nicht einem eventuellen Alkoholkonsum von Spitzensportlern, sondern einer ganz anderen Art der «Hochprozenter». Und die gibt es in Garmisch-Partenkirchen an der Ski WM!

Zu finden ist der Hochprozenter auf der Kandaharstrecke. Also dort, wo ausser den Slalomrennen alle Entscheidungen ausgetragen werden. Und natürlich hat der Hochprozenter auch einen Namen. Und was für einen Namen! Treffender geht es meiner Meinung nach kaum: freier Fall.

Kurz vor dem für Skiprofis flachen Schlussteil unmittelbar beim Ziel wartet er, dieser freie Fall.

blog_paddykaelinbild_H.jpg

Als ich während unseren Kameratests am Sonntag da zum Stehen kam, stockte mir der Atem. Wie bitte? Hier runter soll ich? Ich - der Amateur? Niemals!

Nur ein Weg hinunter
Ich suchte die Umgebung hektisch und verzweifelt nach einer weniger furchteinflössenden Alternative ab. Gibt es denn nirgends eine kleine Öffnung im dichten Verbund der Sicherheitsnetze? - Die ernüchternde und wenig euphorische Antwort lautete: nein.

92% Gefälle stellten sich mir in den Weg! In Worten: zweiundneunzig!!! Die steilste Stelle im gesamten Skiweltcup. Und da ich weder mit der skifahrerischen Technik noch mit den gut geschliffenen Skikanten eines Profis gesegnet bin, überlegte ich mir, ob es allenfalls einfacher wäre auf dem Hosenboden rutschend dem freien Fall einigermassen heil zu entkommen. Ich verwarf diese Möglichkeit und stellte mich der Herausforderung wie ein echter Mann (gleichbedeutend mit: Angst haben, aber sich nichts anmerken lassen). Atem anhalten und losrutschen....

Fehlerlose Fahrt
Nach einer gefühlten halben Stunde hatte ich es tatsächlich geschafft! Ohne Einfädler, ohne Innenskifehler, ohne konditionelle Probleme und auch ohne gesundheitlichen Schaden hatte ich den Hochprozenter bezwungen. Stolz blickte ich zu meinen Kollegen, schaute noch einmal hoch und sagte äusserlich cool: «Ganz ok, dieser Hang, oder?»

Den anschliessend dringend benötigten Beruhigungsschnaps nahm ich dann allerdings erst zu mir, als ich kurz alleine war. Ein Schnaps mit lächerlichen 42%....

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