«Daumen nach oben, selbst wenn es weh tut»
Auf Didier Cuche ist Verlass: Der grosse Routinier im Schweizer Team hat dafür gesorgt, dass auf dem Schweizer Medaillenkonto keine Null steht. Um die Zahl eins noch nach oben zu korrigieren, bleibt in erster Linie der Riesenslalom der Männer als womöglich letzte Chance. Im Männerslalom, der die Weltmeisterschaften am kommenden Sonntag abschliessen wird, darf man zwar wie immer auf eine Überraschung hoffen, mehr aber realistischerweise nicht.
Ich traue Carlo Janka durchaus zu, am Freitag auf der Kandahar-Bühne eine Hauptrolle spielen zu können. Erstens bin ich grundsätzlich optimistisch und zweitens weiss ich genau, dass die Schweizer Athleten ihre Fähigkeiten nicht bei der Akkreditierung und Eingangskontrolle zu den Weltmeisterschaften abgegeben haben. Ausserdem gibt der dritte Platz in Hinterstoder beim letzten Riesenslalom vor der WM Anlass zur Hoffnung. Und, das ist das beste Argument, der Obersaxer wäre nicht nach Garmisch zurück gekehrt, wenn er nicht selber von seiner Chance überzeugt wäre. Und, wer weiss, vielleicht schreibt Didier Cuche mit seinem gebrochenen Daumen plötzlich noch ein Kapitel Heldengeschichte; es wäre nicht sein erstes! Also, Daumen nach oben selbst wenn es weh tut!
Ganz abgesehen davon mag ich nicht in den allgemeinen Jammergesang über die bisher sicher magere Medaillenausbeute einstimmen. All jene, welche vor zwei Jahren in Val d'Isère und vor Jahresfrist in Vancouver die grössten Lobeshymnen abgesungen haben, holen jetzt den ganz grossen Zweihänder hervor. Und die besonders wichtigen Schulterklopfer aus Verbands- und Sponsorenkreisen, die immer dann grossspurig im Schweizer Haus auftauchen, wenn alles rund läuft, und nur darauf warten, aus unerfindlichen Gründen selbst noch einen Streifen Medaillenglanz abzubekommen, sind abgetaucht. Das ist eigentlich die gute Seite der schlechten Medaillenbilanz...
Die Bedingungen werden am Freitag in Bayern nicht annähernd so gut sein wie vor zwei Jahren in Hochsavoyen. Nicht blauer Himmel und Sonnenschein, nein, viel eher trübes Wetter und sogar Regen. Wer sich am besten darauf einstellen kann, hat die grössten Medaillenchancen. Wer cool bleibt, ebenfalls. Beides gehört so quasi zu Carlo Jankas Grundausstattung. Also nochmals: Hopp Schwiiz! - den Fahrern zu liebe, nicht den Glanzabluchsern!
Manchmal frage ich mich was bei unseren Kommentatoren abgeht.Plötzlich hofft man auf eine Lara Gut (19) die noch vor nicht so langer Zeit die Hüfte ausgerenkt hatte und Wendy Holdener (17) die bei den Junioren brillierte, Wunderdinge.Ich denke, die Ski Nation Schweiz steckt wieder mal ganz schön im Dilemma, wenn man bedenkt, dass bei den Herren der älteste dafür sorgen muss, dass es wenigstens 1 Medaille gibt.Sollte Didier Ende Saison aufhören kann er das auf jeden Fall mit gutem Gewissen tun, denn er ist und war in den letzten Jahren der Beste.
J.Mischler
Ich finde das ganze sollte man wenig differenzierter betrachten.
Bei den Männern gab es ja noch im letzten Winter mehrere Siegfahrer (Défago, Janka). Doch leider verletzte sich Défago und Janka ist nach seiner zweiten Viruserkrankung im Sommer auch geschwächt. Die Frauen sind vor allem in den Speed-Disziplinen stark. Und wenn sie dort nicht zuschlagen wird es schwierig.
In meinen Augen hat die Schweiz ein Problem in der Breite. In Österreich verletzten sich in den letzten Wochen 4 Topfahrer (Grugger, Scheiber, Hirscher, Raich) und sie haben immer noch potenzielle Siegfahrer. Was sie auch haben sind Fahrer die sich auf eine Disziplin konsentrieren (z.B. Schörghofer, Riesen). Wobei in der Schweiz Cuche, Janka, Gut und Co. in sämtlichen in bis zu 4 Disziplinen starten was auch nicht ohne ist.
Schlussentlich stirbt die Hoffnung als letztes. Doch warum sollte es an der WM klappen wenn es im WC nicht funktionert ?(Damen Riesen, Slalom)
rbl
Danke M. Hüppi für Ihren tollen Blog. Das Wort "Jammergesang" hat mir sehr gut gefallen.
Ich finde es einfach ärgerlich, dass immer wieder Reporter vor allem am Radio (kleinere Radiosender) von Blamagen, Katastrophen,etc. sprechen. Wie schnell ist ein anderer Spitzenathlet um ein Mü schneller oder hat im richtigen Moment das erwünschte Quentchen Glück.Ich bin absoluter Fan unserer Schweizersportler und hoffe natürlich auch, dass sie erfolgreich sind und ihnen der Traumlauf gelingt. Sie selber wünschen es sich ja auch und sind wahrscheinlich über ihre Nichterfolge am meisten enttäuscht. Uns steht es jedenfalls nicht zu die Leistungen zu kritisieren ausser wir können es ihnen besser vormachen! Ich würde gerne die Menschen welche unsere Winter- oder Sommer-Sportler kritisieren selbst einmal an einem Anlass bewundern um dann auch einen hämischen Artikel oder Reportage über das Können oder Nichtkönnen verfassen zu können.
UB
Didier Cuche ist und bleib der beste Schweizer Skirennfahrer ich hoffe er macht noch eine oder zwei Saisons denn was gibt es zu verlieren
sak
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