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Vorhang.
Erster Akt. Sturm, Regen. Dann tanzen die Schneeflocken. Zwei Meter im oberen Teil der Frauenabfahrt, sagt Renndirektor Jan Tischhauser. Wie im Morioka, sagen die, die damals schon dabei waren. Wie in Morioka und Schladming, sagen die, die noch länger dabei und keine Österreicher sind.
Zweiter Akt. 6. Februar, endlich Rennen. Bei den Frauen gibt es keine Überraschungssiegerin. Überhaupt finden sich die von den Favoriten gefürchteten Aussenseiter-Weltmeister viel öfter bei den Männern. Paerson gewinnt. Perfekt für Schweden, das an dem Tag im Zielraum allerdings spärlich vertreten ist. Dafür geht an der Siegerehrung am Abend die Post ab. Paerson, Kildow und Götschl legen eine Tanzshow hin und das Publikum flippt aus. Wie gut die Schweizerinnen tanzen können erfahren wir an dem Tag nicht. An der Siegerehrung der besten sechs ist keine mit dabei, Nadia Styger allerdings nur wegen zwei Hundertsteln nicht. Fabienne Suter zeigt den besten Super-G ihrer Karriere, wird immer besser und in Zukunft noch tanzen. Auf den Skipisten und vielleicht an Siegerehrungen.

Dritter Akt. 9. Februar. Superkombi. Anja Paerson ist eine sehr gute Tänzerin, was sie bei der Siegerehrung schon wieder beweisen kann. Diesmal allerdings hart konkurrenziert von Julia Mancuso, dem Partygirl aus dem US Team, das nah an Gold heran gekommen ist, nicht nur im Rennen, sondern auch in der Disco. Goldjunge Daniel Albrecht nahms cool und liess Mancuso abblitzen, obwohl die sich wirklich die grösste Mühe gab.

Vierter Akt. 11. Februar. Die erste Hälfte des erhofften Szenarios tritt ein. Zwei der vier grossen Favoritinnen straucheln, es gibt also einen freien Platz auf dem Podest. Die zweite Hälfte funktioniert dann nur fast. Denn nicht eine der Schweizerinnen füllt das Podest-Vakuum, sondern Nicole Hosp, mit der Abfahrt ihres Lebens. So tanzen auch diesmal keine Schweizerinnen, obwohl mit Styger und Gisin zwei an der Siegerehrung dabei sind. Aber die vierte und die fünfte spielen auf der Bühne nur eine Statistenrolle. Paerson legt wieder los, Kildow zieht mit. Hosp möchte eigentlich nicht, muss aber fast, dabei ist ihr der Tanz um die Torstangen lieber. Was sie wenig später eindrücklich beweist.
Fünfter Akt. 13. Februar. Nicole Hosp holt Gold für Österreich. Eine gewaltige Erlösung für das gebeutelte Austria-Team. Allerdings ist die Erlösung nur halb so gross, wie wenn ein männlicher Kollege endlich ein Rennen gewinnen würde. Und nur ein drittel so gross, wie wenn Herrmann Maier Weltmeister würde. So ist das halt nun mal, und Nicole Hosp nahms locker. Mit Gold um den Hals bestimmte sie das Szenario bei der Siegerehrung. Es wurde nicht getanzt.

Sechster Akt. 16. Februar. Wenn Silber jeden Glanz verliert. Marlies Schild hätte an einer Blech-Medaille um den Hals gleich viel Freude gehabt, sie, die gemessen am Saisonverlauf die einzig richtige Weltmeisterin gewesen wäre. Stattdessen gewann Tschechien. Eine Stimmungskanone ist Sharka Zahrobska nicht. Da ist bei Paerson an der Siegerehrung definitiv mehr los. Zahrobskas finden dafür jetzt eher wieder Anschluss an Trainingsmöglichkeiten bei den grossen Teams. Vater Zahrobsky hat das Stangen wegräumen nicht so gern und deshalb auch nicht viele Freunde. Aber jeder trainiert gern mit der Weltmeisterin.
Letzter Akt. 18. Februar. Im Teamwettkampf gibts doch noch eine Medaille für die Schweizer Frauen. Zumindest eine halbe, denn die andere Hälfte kann das Männerteam für sich verbuchen und kommt damit auf fünfeinhalb. Aber im Tanzen sind die Frauen besser. Die Schweizerinnen werden das schon in zwei Jahren in Val d'Isère bei den Siegerehrungen beweisen. Wenn sie sich bei Anja Paerson nur das richtige abschauen.
Applaus.
Vorhang.
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